Integration
Der berühmte brasilianische Pädagoge Paulo Freire hat den Unterschied zwischen Integration und Anpassung sehr anschaulich beschrieben. Anpassung ist demnach eine Entmenschlichung:
Die Integration in den eigenen Kontext im Unterschied zur Anpassung ist eine spezifisch menschliche Aktivität. Integration resultiert aus der Fähigkeit, sich der Realität anzupassen, und zugleich aus der kritischen Befähigung, eine Auswahl zu treffen und diese Realität zu transformieren.
In dem Maß, wie der Mensch seine Fähigkeit zur Auswahl verliert und der Entscheidung anderer unterworfen ist, so daß seine Entscheidungen nicht mehr seine eigenen sind, da sie durch äußerliche Vorschriften bestimmt werden, ist er nicht mehr integriert. Er ist vielmehr angepaßt.
Er ist angeglichen. Menschen mit einem revolutionären Geist bezeichnet man oft als «schlecht angepaßt».
Die integrierte Person ist Person als Subjekt. Im Kontrast dazu ist die angepaßte Person nur Person als Objekt. Anpassung schwache Form der Selbstverteidigung dar: Wenn ist, die Realität zu verändern, paßt er sich statt als Verhaltensweise typisch für die tierische Sphäre. übernehmen, ist das ein Symptom der Entmenschlichung. Geschichte haben Menschen in einem ständig Kampf um die volle Menschlichkeit gemacht, die Faktoren, die zur Anpassung und überwinden.
Wenn Menschen sich mit der Welt in Beziehung Herausforderungen ihrer Umwelt reagieren, dynamisieren, zu beherrschen und zu humanisieren. ihrem Eigenen hinzu, indem sie dem geographischen Bedeutung geben, das heißt, indem sie Kultur Zusammenspiel der Relationen des Menschen Mitmenschen läßt außer in Fällen repressiver oder kulturelle Immobilität.zu. Indem erschaffen und entscheiden, nehmen geschichtliche Eine historische Epoche wird charakterisiert Bestrebungen, Absichten und Werten, die nach heißt durch Seins- und Verhaltensweisen, allgemeine GrundeinsteIlungen. Die konkreten dieser Bestrebungen, Absichten und Werte, für ihre Erfüllung konstituieren die Themen einer zeigen die Aufgaben an, die erfüllt werden müssen. sich in dem Maß, wie ihre Themen begriffen werden. Epochen werden verdrängt, wenn ihre nicht länger mehr den neu auftauchenden Zielen Menschen spielen bei der Erfüllung und der eine entscheidende Rolle. Ob sie die epochalen nicht, vor allem aber, wie sie auf die Realität derer diese Themen auftreten, das bestimmt Humanisierung oder De-Humanisierung, ihre oder ihre Reduzierung auf Objekte. Denn nur Themen erfassen, können sie in die Realität eingreifen bloßer Beobachter überwinden. Nur indem sie Haltung entwickeln, können Menschen den überwinden und sich in den Geist der Zeit integrieren. In dem Maß, wie eine Epoche dynamisch eigene Themen hervorbringt, müssen Menschen «immer mehr Gebrauch von ihren intellektuellen Fähigkeiten und immer weniger Gebrauch von ihren emotionalen und instinktiven Funktionen ‚machen'. Unglücklicherweise aber wird - je nachdem mehr oder weniger in den verschiedenen «Welten», in die die Welt aufgeteilt ist - der Durchschnittsmensch vernichtet, reduziert und in einen Zuschauer verwandelt. Er wird durch Mythen gelenkt, die ,I' die mächtigen gesellschaftlichen Kräfte hervorbringen. Diese Mythen wenden sich gegen ihn; sie zerstören und vernichten ihn. Von tragischem Schrecken gepackt, fürchten die Menschen eigenständige Beziehungen, ja sie bezweifeln die Möglichkeit ihrer Existenz. Andererseits sammeln sie sich aus Furcht vor der Einsamkeit in Gruppen, die nicht durch ein Band der Kritik oder der Liebe zusammengehalten werden, welches sie in eine kooperierende Einheit, in eine wahre Gemeinschaft überführen könnte. «Die Geselligkeit der Herde ist immer die Zuflucht der Mittelmäßigkeit», sagt Nikolai Nikolajewitsch Vedeniapin in Pasternaks <Doktor Schiwago>. Sie dient zugleich als Panzer, der einkerkert und Menschen an der Liebe hindert. Vielleicht die größte Tragödie des modernen Menschen aber ist seine Beherrschung durch die Kraft dieser Mythen und seine Manipulation durch organisierte Werbung, sei es ideologischer oder anderer Art. Schritt für Schritt, ohne überhaupt den Verlust zu bemerken, verliert er seine Fähigkeit zur Wahl. Er wird aus dem Bereich der Entscheidungen ausgeschlossen. Der Durchschnittsmensch begreift die Aufgaben der Zeit nicht mehr. Diese Aufgaben werden von einer «Elite» interpretiert und in der Form von Rezepturen und Vorschriften angeboten. Wenn die Menschen sich zu retten suchen, indem sie diesen Vorschriften Folge leisten, versinken sie in nivellierender Anonymität ohne Hoffnung und Glauben, domestiziert und angepaßt.
Wie Erich Fromm in <Die Flucht vor der Freiheit> sagt: «(Der Mensch) ist frei geworden von äußeren Bindungen, die ihn davon abhalten könnten, das zu tun und zu denken, was ihm angemessen erscheint. Er würde frei sein, nach seinem eigenen Willen zu handeln, wenn er wüßte, was er will, denkt und fühlt. Aber er weiß es nicht. Er paßt sich anonymen Autoritäten an und übernimmt ein Selbst, das nicht das seine ist. Je mehr er das tut, desto ohnmächtiger fühlt er sich Druck zur Anpassung. Trotz der Tünche des Optimismus wird der moderne Mensch von einem tiefen überwältigt, das ihn auf kommende Katastrophen gelähmt.»
Sind Menschen aber unfähig, die Themen und aktiv in die Realität einzugreifen, dann der Veränderung mitgerissen. Sie merken, daß aber sie tauchen unter in diesem Wechsel dramatische Bedeutung nicht erkennen. Aber von einer Epoche zur nächsten zu bewegen beginnt, eines besonders flexiblen und kritischen dann sind die Menschen außerstande, die entscheidenden zu erfassen, welche dadurch in der Gesellschaft Werte ihre Behauptung und Erfüllung suchen die um Selbsterhaltung kämpfen. Die Zeit eines epochalen Übergangs konstituiert «Gezeitenwelle». Die Widersprüche zwischen den Arten des Verstehens, des Verhaltens und Gestern angehören, und denen, die die Zukunft Diese Widersprüche vertiefen sich. Die Gezeitenwelle ihr Klima zunehmend emotional. Dieser Schock das seine Bedeutung verliert, aber zu überleben Morgen, das an Gehalt gewinnt, charakterisiert als eine Zeit der Ankündigung und der Entscheidung. Maß, wie die Entscheidungen aus dem kritischen resultieren, sind sie real und in Handlungen Bewußte Wahl wird zur Illusion, wenn sie nur widergibt.
Jeder Übergang schließt Veränderung ein. führt zum Übergang. Veränderungen können Epoche ereignen und sie zugleich in berühren. Es gibt ein normales Zusammenspiel die aus der Suche nach der Erfüllung resultieren. Wenn aber diese Themen ihre verlieren und neue Themen auftreten, dann liegt daß die Gesellschaft sich in eine neue Epoche Zeit des Übergangs wird durch rasche Bewegung neuen Themen und neuen Aufgaben gekennzeichnet. Phase muß der Mensch mehr als je in seine Realität · er nicht die Fähigkeit besitzt, das «Mysterium» der Veränderungen zu begreifen, bleibt er ihr Spielball.
